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Editorial

Freiberg Aktuell 2014


Einstieg FBG2014

Liebe Leserinnen und Leser,

Familienfreundlichkeit ist ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor, der die Entscheidung, wo Menschen ihren Lebensmittelpunkt wählen oder Unternehmer investieren, durchaus wesentlich beeinflussen kann. Ich freue mich, dass die neue Ausgabe von „Freiberg aktuell” dieses Thema aufgreift und beleuchtet.

Ob die positive Entwicklung der Geburtenzahlen in den vergangenen Jahren auch Freibergs Familienfreundlichkeit belegt, darüber lässt sich spekulieren. Jedenfalls ist der Freiberger Babyboom Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung geworden, welche die Ursachen genau ergründen will. Die Stadt hat diese Entwicklung zum Anlass genommen, ihre Kinderbetreuung seit Jahren kontinuierlich auszubauen. Sie sichert damit auch den Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder ab einem Jahr, den Eltern seit 2013 geltend machen können.

In punkto Familienfreundlichkeit können wir deshalb stolz auf das bisher Erreichte sein, denn eine umfassende Betreuung sichert ganz wesentlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Schließlich bleiben wir vor Ort damit aber auch einem historischen Vorbild treu. Es dürfte nur noch wenigen bekannt sein, dass Freiberg zu den ersten Städten in Deutschland zählte, wo Anfang des 19. Jahrhunderts Kindergärten eingerichtet wurden –damals noch als „Bewahr- und Beschäftigungsanstalt“ bezeichnet. In der Hochphase der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts hatte Freiberg später Spitzenwerte von bis zu 1000 Geburten jährlich, trotz seiner Fortschrittlichkeit sicher aber niemals eine adäquate Betreuung. Familienfreundliche Bedingungen zu gestalten, bedeutet jedoch weit mehr als der Ausbau von Kitas und Schulen. Es bedarf vieler Akteure und Partner, wie auch die Suche und Ansiedlung eines neuen Kinderarztes für Freiberg zeigt. Nachdem sich die Versorgung hier Anfang des vergangenen Jahres verschärft hatte, wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Versorgungszentrum des Kreiskrankenhauses und der Kassenärztlichen Vereinigung eine neue Kinderärztin für unsere Stadt gefunden.

Ich freue mich, dass die kinderärztliche Betreuung damit bei uns abgesichert und auf einem sehr guten Niveau realisiert werden kann. Eine Gesellschaft, die Kinder und Familien willkommen heißt, muss berücksichtigen, dass sich traditionelle Rollen- und Familienmodelle ändern und an vielen Punkten Hilfe und Unterstützung notwendig ist. Mit dem Freiberger Bündnis für Familienfreundlichkeit, das Engagierte aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens vereint, stellen wir dieses Anliegen auf breite Schultern und können weiter daran arbeiten.

Damit wünsche ich Ihnen eine interessante Lektüre und danke gleichzeitig den zahlreichen Institutionen, Unternehmen, Vereinen und Personen, die an der Entstehung dieses Heftes beteiligt waren.

Glück auf!
Bernd-Erwin Schramm
Oberbürgermeister
Universitätsstadt Freiberg

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