Sagenhafte Schätze aus der Erde
Schon seit mehr als 800 Jahren ist das Erzgebirge als Bergbauregion bekannt. Wo einst reiche Silberfunde und andere Schätze aus der Erde für Wohlstand sorgten und Siedler anlockten, entwickelte sich eine einzigartige Industrieregion. Noch heute gibt es hier eine lebendige Montankultur, die sich auf alte Traditionen gründet. Die gesamte Kulturlandschaft, auch im tschechischen Teil des Erzgebirges, bewirbt sich als Montanregion Erzgebirge für das UNESCO Weltkulturerbe. Dazu gehören über- und untertägige Denkmale, Bergbaulandschaften, Flora und Fauna, Bergstädte und Siedlungen, Kunst, Musik und Literatur, aber auch Bildung, Wissenschaft und Volkskunst. Schätze aus der Erde kann man zum Beispiel in der Sammlung „terra mineralia“ im Freiberger Schloss Freudenstein bestaunen, wo über 3.500 Minerale, Edelsteine und Meteoriten von Fundstellen der ganzen Welt zu sehen sind. Ein in der Region häufig vorkommender Halbedelstein ist der Amethyst, ihn kann man zum Beispiel im Schloss Wolkenstein oder im Mineraliengewölbe im Zschopauer Schloss Wildeck bestaunen. Der Reichtum aus der Erde ermöglichte auch die Entstehung und Blüte einmaliger Städte, wie der Bergstädte Annaberg und Freiberg. Freiberg als traditioneller Sitz der bergmännischen Ausbildung mit der Bergakademie feiert in diesem Jahr sogar sein 850-jähriges Jubiläum der Entstehung der Stadt. Außerdem wird der Tag der Sachsen im September in Freiberg ausgetragen.
Auch im tschechischen Teil des Erzgebirges blühten durch die Bodenschätze Orte auf. So war Joachimsthal einst eine der bevölkerungsreichsten Städte Europas. Mit der Entdeckung der Elemente Radium und Polonium wurde hier an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert der Grundstock für den heutigen Kurbetrieb gelegt.
Geheimnisvolle Erlebnisse unter Tage
Die Vielfalt der Montanregion können Sie zum Beispiel bei einem Besuch in einem der knapp 30 Besucherbergwerke in der Region erleben. Das Titelbild unseres Heftes zeigt Ihnen eines davon, nämlich die Zinnkammern im Schwarzenberger Ortsteil Pöhla. Dort kann man rund drei Kilometer mit der Grubenbahn einfahren und die Geheimnisse des Wismutbergbaus entdecken. Neben der bergmännischen Historie kann man hier noch ganz andere Erlebnisse genießen: Konzerte lassen Sie die einmalige Akustik der Zinnkammern erleben, auch Eheschließungen können hier vollzogen werden. In manchen anderen Besucherbergwerken, wie dem Fortuna Stolln in Deutschneudorf, wird gar noch ein versteckter Schatz vermutet. Kenner behaupten, in nicht wenigen Gängen erzgebirgischer Schachtanlagen seien zum Ende des zweiten Weltkrieges wichtige Kulturgüter versteckt worden – so soll im Deutschneudorfer Ortsteil Deutschkatharinenberg das legendäre Bernsteinzimmer liegen. In den Gängen des Besucherbergwerkes Ehrenfriedersdorf kann man sogar im Bergwerk wandern und Nordic Walking betreiben.