Einleitung Greifensteine 2006

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde vom Theater unter blauem Himmel,
was woanders vollmundig dolce vita oder ars vivendi heißt und die Kunst zu leben meint, nennen wir im Erzgebirge ganz einfach - Naturtheater. Nur einen Steinwurf weit von Geyer und Ehrenfriedersdorf entfernt, tummeln sich alljährlich gesellige Erzgebirger mit ihren Besuchern unter gigantischen Felssäulen, die dort seit gut 100 Jahren dem Treiben der Gaukler und Komödianten huldvoll zunicken. Ganz egal welch kühner Held oder holde Jungfrau gerade am Siegen oder Sich-Verlieben ist: der einzigartige Zauber der Landschaftskulisse hüllt alle Geschichten in das gewisse Etwas, das aus jeder Vorstellung ein Erlebnis der besonderen Art macht.
Die Neulinge in diesem Jahr erblicken im Strahle der Lichtanlage eher das verdämmernde Abend- und einsetzende Nachtlicht. Erst zu einer solchen Stunde nämlich tauchen „Hexen“ auf, um musikalisch-erotische Verwirrspiele zu treiben, für die schließlich keiner etwas kann, die aber alle Leute immer wieder gern genießen.
Wem die Sinne eher nach etwas wonniglich Blutrünstigem stehen, dem sei eine Visite des „Dracula“- Musicals empfohlen. Hier erfüllt sich im wahrsten Sinne des Wortes auf herzzerreißende Weise ein Schicksal zwischen abnormer Trunksucht und verkannter Liebe.Der dritte Thriller im abendlichen Bunde ist das Leben „Unter Geiern“. Winnetou und Old Shatterhand lassen mal wieder all die Emotionen hochleben, nach denen wir uns seit unseren Kindertagen mit Karl May sehnen. Operettenmäßig bunt treibt noch ein Händler mit Vögeln auf den Greifensteinen sein Liebeswesen, das ähnlich wie das Schicksal vom „Schneewittchen“ nach allen Irrungen und
Wirrungen gut ausgeht. Auch die „Bremer Stadtmusikanten“ fallen erst tief, ehe sie, durchs Leben gestärkt und vom Gesang erquickt, ihr neues Glück gefunden haben. Also, der spannenden Geschichten sind’s viele, die das Winterstein-Theater zu erzählen weiß. Jetzt braucht es nur noch jemanden, der sie hören und sehen will. Seien Sie deshalb all meinen Kollegen vom Hause und mir auf das Herzlichste willkommen:
Ihr
Prof. Hans-Hermann Krug
Geschäftsführender Intendant

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